Musa

Ghetto in Dir


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Pyromusic Album / PYR19 / 19.04.2013


01 Schritt für Schritt

02 Fühlt sich gut an

03 Mehr als Freundschaft

04 Auf den zweiten Blick

05 Ghetto in Dir

06 Freiheit

07 Ohne Ziel

08 Mimik

09 Rose

10 Es tut mir leid

11 Was geht ab


©&℗ Pyromusic

LC: 15907



Musa - so nennt sich der Mann, der Hip Hop mit einem alten Airmax vergleicht, aus dem die Luft raus ist! Doch er trägt diesen Schuh schon fast 15 Jahre lang und das noch immer sehr gerne. Er muss ihn tragen. Rap als Selbstzweck, Rap als Fortbewegungsmittel. Innerlich und äußerlich! Musa, arabisch für Moses. Moses, der Prophet: ein Mann mit viel Verantwortung, der scheitert und wieder aufsteht, der gegen Unterdrückung kämpft und für die Wahrheit einsteht. All das will Musa auch sein, kein Prophet zwar, aber ein Rapper, der Rap als Sprachrohr versteht und dieses nutzt um positive Impulse in den Äther zu pumpen!


Die Texte sind ersthaft und ernst gemeint. "Es fühlt sich gut an wenn man sich selbst nicht so viel Druck macht - und trotzdem in seinen Knochen n' bisschen Mumm hat"! Musa sagt was er denkt und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Zuhörer wird mit sich selbst konfrontiert: "Bist du frei oder glaubst du es nur zu sein? Wenn nicht, wogegen tauschst du die Freiheit ein?" Auch wenn das Verkaufszahlen nicht unbedingt in die Höhe treibt, Musa hat seine Freiheit im Islam gefunden und er spricht das auch offen an, ohne dabei bekehren zu wollen!


Das Album "Ghetto in Dir" hat aber mehr zu bieten als schwere Kost, die einen runterzieht! Musa versucht immer auch einen Ausweg aus der Misere aufzuzeigen: "indem ich nicht nur an mich denk - sondern zuerst an einen Mitmensch!"


Raptechnisch hängt die Messlatte hoch. Wenn man Musa zuhört merkt man vielleicht gar nicht, wie detailliert die Texte in sich verzahnt sind! Ein natürlicher Fluss entspringt jedem Song und entwickelt sich mal zur wüsten Stromschnelle ("So viel Wut und Hass und Neid auf das Bonzenpack - Er kauft die Gucci Schuhe ein weil er Papa als Sponsor hat") und mal zu einem lyrischen Meer ("Er macht für dich die Dunkelheit hell - und ist für dich wie das Dach um dich unter zu stellen").


Mimik, die Sprache der Gesichter wird genauso plastisch thematisiert wie die Liebe zu einer Frau, mit der es nie zu einer Beziehung kommen sollte. Selbstreflektion und scharf beobachtete Gesellschaftskritik auf hohem Niveau! Ein Song über eine Freundschaft, die mehr ist als Freundschaft und nur im Herzen Entfaltung findet. Auf all das und mehr kann man sich freuen!


Die Beats stammen allesamt von Quendolin Fender. Der Sound ist einerseits sehr traditionell und Sample basiert und dadurch ruogh und dreckig. Auf der anderen Seite fließen filigrane, verspielte Tüfteleien mit ein, die dem Ganzen einen edlen Glanz verleihen. Ausnahmslos druckvolle Beats bieten hierfür das Grundgerüst. Jedes mal wenn sich die erste Bassdrum zusammen mit dem einem Moog-Bass oder Ähnlichem die Ehre gibt, zuckt man kurz zusammen und denkt nur: Alter ist das krass!


So ergänzen sich Beat und Rap zu einem organischen Gesamtkunstwerk, dass seines Gleichen sucht! Eine Platte die Spaß macht, zum Nachdenken anregt, zum Handeln auffordert und durch Mark und Bein dringt!


"Mach das Ghetto um dich rum nicht zum Ghetto in Dir - Lass dich nicht ghettoisieren - Lass das Ghetto krepieren'!" Kommt mit, mit  Musa und Quendolin Fender, Schritt für Schritt in eine bessere Welt…